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11 February 2026

Ein tiefer Einblick in Kolbs erfahrungsbasierten Lernzyklus

Wie das Sprichwort sagt: Übung macht den Meister. In der Welt des Lernens kann die Möglichkeit, etwas praktisch anzuwenden, entscheidend für den Lernerfolg sein. Genau das bestätigt der erfahrungsbasi...

ILX Team

Wie das Sprichwort sagt: Übung macht den Meister. In der Welt des Lernens kann die Möglichkeit, etwas praktisch anzuwenden, entscheidend für den Lernerfolg sein. Genau das bestätigt der erfahrungsbasierte Lernzyklus nach David A. Kolb – eine bekannte Lerntheorie, die die Bedeutung von Erfahrung im Lernprozess betont.

Entwickelt wurde die Theorie in den 1980er-Jahren von David A. Kolb. Sie basiert auf der Annahme, dass Lernen ein kontinuierlicher Prozess ist, der durch Erfahrungen geprägt wird. Der Zyklus besteht aus vier Phasen, die jeweils ein zentrales Element des Lernens darstellen:

  • Konkrete Erfahrung
  • Reflektierende Beobachtung
  • Abstrakte Konzeptualisierung
  • Aktives Experimentieren

Zusammen ergeben diese Phasen ein ganzheitliches Modell, das erklärt, wie Menschen durch eine Kombination aus Tun, Reflektieren, Nachdenken und Anwenden lernen.

Die vier Phasen von Kolbs Lernzyklus

Konkrete Erfahrung

Der Lernprozess beginnt mit der konkreten Erfahrung. In dieser Phase stößt eine Person auf eine neue Situation oder erlebt eine vertraute auf neue Weise. Es geht darum, aktiv an einer Erfahrung teilzunehmen – sei es eine Diskussion, ein neues Projekt oder das Ausprobieren einer ungewohnten Tätigkeit.

Beispiele hierfür sind:

  • Eine Projektsimulation
  • Ein Workshop
  • Eine Masterclass
  • Der Versuch, eine neue Aufgabe zu bewältigen

In dieser Phase entsteht Lernen durch die direkte Auseinandersetzung mit der Umgebung. Sie fordert dazu auf, sich vollständig auf eine Aktivität einzulassen – ganz ohne Vorurteile oder feste Erwartungen.

In dieser Phase ist es wichtig, dass Lernende offen für neue Erfahrungen sind und Lehrende auf die Qualität der Vermittlung achten, da sie das Lernerlebnis und den Erfolg maßgeblich beeinflusst.

Reflektierende Beobachtung

Nachdem eine Erfahrung gemacht wurde, folgt die Phase der reflektierenden Beobachtung. In diesem Schritt denkt der oder die Lernende über das Erlebte nach, beobachtet den Verlauf und beleuchtet verschiedene Aspekte der Situation.

Dabei geht es darum, das Ereignis aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und herauszufinden, was gut lief, was weniger gut lief und warum bestimmte Ergebnisse eingetreten sind.

Beispiele für diese Phase:

  • Gruppendiskussionen
  • Individuelle Journaling-Übungen
  • Reflexions- und Selbsteinschätzungsfragebögen

Das Wichtigste in dieser Phase ist, dass ausreichend Zeit für Nachdenken und Selbstreflexion bleibt. Lernende müssen bereit sein, ihre Erfahrungen kritisch zu hinterfragen. Das schafft die Grundlage für ein tieferes Verständnis.

Abstrakte Konzeptualisierung

In der Phase der abstrakten Konzeptualisierung beginnt der oder die Lernende, auf Grundlage der eigenen Reflexion Theorien, Modelle oder Konzepte zu entwickeln. Es geht darum, die gemachte Erfahrung zu verstehen, mit vorhandenem Wissen zu verknüpfen und daraus neue Ideen oder Hypothesen abzuleiten. Diese Phase ist stark geprägt von kognitiven Prozessen wie Analyse, Logik und Schlussfolgerung.

Beispiele hierfür:

  • Eine Aufgabe beobachten und daraus einen Ablauf ableiten
  • Einen strategischen Ansatz entwickeln
  • Ein Modell für ein betriebswirtschaftliches Prinzip entwerfen

In dieser Phase steht kritisches Denken im Mittelpunkt. Für viele markiert sie den entscheidenden Übergang vom bloßen Erleben zum Verstehen von Zusammenhängen. Dadurch lassen sich Erfahrungen mit vorhandenem Wissen verknüpfen und der Lernerfolg nachhaltig vertiefen.

Aktives Experimentieren

In der letzten Phase, dem aktiven Experimentieren, wenden Lernende die zuvor entwickelten Theorien oder Konzepte in der Praxis an. Dabei geht es darum, neue Verhaltensweisen oder Herangehensweisen auszuprobieren und zu prüfen, ob sie die gewünschten Ergebnisse bringen. Auf Grundlage der bisherigen Erkenntnisse können Handlungen, Verhaltensmuster oder Strategien angepasst werden, um zukünftige Ergebnisse zu verbessern.

Beispiele dafür:

  • Probleme im Arbeitsalltag lösen
  • Entscheidungen treffen
  • Einen neuen Ablauf planen und umsetzen

In dieser Phase ist die Bereitschaft wichtig, Risiken einzugehen und neue Ideen im Alltag zu testen. Führungskräfte sollten Lernende dabei aktiv ermutigen. Das Feedback aus dieser Phase fließt wiederum in neue Erfahrungen ein und kann so einen neuen Lernzyklus starten.

Wie Kolbs Lernzyklus im Arbeitsumfeld angewendet werden kann

Kolbs erfahrungsbasierter Lernzyklus ist besonders wertvoll, weil er zeigt, wie wichtig ein aktiver, beteiligungsorientierter Lernansatz ist. Anstatt Lernen als passiven Prozess zu verstehen, betont er die kontinuierliche Weiterentwicklung durch Erfahrung, Reflexion und Ausprobieren.

Im beruflichen Kontext lässt sich Kolbs Lernzyklus besonders gut für Mitarbeiterschulungen und -entwicklung einsetzen. So nimmt eine Mitarbeiterin beispielsweise an einem Workshop oder Training teil (konkrete Erfahrung), reflektiert anschließend, wie das neue Wissen zu ihrer Rolle passt (reflektierende Beobachtung), leitet daraus neue Herangehensweisen oder Methoden ab (abstrakte Konzeptualisierung) und setzt diese schließlich im Arbeitsalltag um (aktives Experimentieren).

Kolbs Lernstile

Eine wichtige Erweiterung von Kolbs Theorie ist die Einteilung verschiedener Lernstile. Auf Basis der vier Phasen des Lernzyklus unterscheidet Kolb vier Lerntypen:

  • Divergierer (konkrete Erfahrung + reflektierende Beobachtung): Bevorzugen es, zu beobachten und Informationen zu sammeln. Sie sind einfallsreich und betrachten Situationen gern aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
  • Assimilierer (reflektierende Beobachtung + abstrakte Konzeptualisierung): Konzentrieren sich auf Logik und theoretische Konzepte. Sie bevorzugen eine strukturierte Herangehensweise zur Problemlösung.
  • Konvergierer (abstrakte Konzeptualisierung + aktives Experimentieren): Mögen die praktische Anwendung von Ideen, lösen gern Probleme und fühlen sich mit technischen Aufgaben wohl.
  • Akkommodierer (konkrete Erfahrung + aktives Experimentieren): Lernen durch praktische Erfahrung. Sie sind risikofreudig und testen Ideen gerne durch Versuch und Irrtum.

Indem Lehrkräfte, Führungskräfte und Coaches diese verschiedenen Lernstile berücksichtigen, können sie ihre Methoden gezielt anpassen – und so das Lernerlebnis wirksamer und individueller gestalten.

Die Vorteile von Kolbs Lernzyklus

Ein zentraler Vorteil von Kolbs Modell ist sein ganzheitlicher Ansatz. Es vereint verschiedene Elemente des Lernens: Erfahrung, Reflexion und Ausprobieren. Zudem lässt sich der Zyklus flexibel in unterschiedlichsten Kontexten anwenden – von der schulischen Bildung über berufliche Weiterbildung bis hin zur persönlichen Entwicklung.

Der größte Nutzen liegt darin, dass Lernende eine aktive Rolle einnehmen. Sie sammeln Erfahrungen aus erster Hand, und das Training ist konsequent auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet.

Eine Herausforderung besteht jedoch darin, dass das Modell zeitaufwendig sein kann. Besonders der Reflexionsprozess benötigt Zeit, was in schnelllebigen Arbeitsumgebungen nicht immer realisierbar ist.

Kolbs Lernmodell in deine L&D-Strategie integrieren

Kolbs erfahrungsbasierter Lernzyklus ist ein dynamisches und anpassungsfähiges Modell, das zeigt, wie Menschen wirklich lernen. Mit seinem Fokus auf Erfahrung, Reflexion, Konzeptentwicklung und Ausprobieren bietet er ein starkes Fundament für wirksames Lernen in unterschiedlichen Kontexten.

Trotz gewisser Grenzen bleibt das Modell ein wertvolles Werkzeug für alle, die Lernen aktiv, reflektiert und praxisnah gestalten wollen – ob Trainer:in, Coach oder Lernender.

Finde heraus, wie dich eine Zusammenarbeit mit ILX unterstützen kann, eine Lern- und Entwicklungsstrategie umzusetzen, die wirklich zu deinem Unternehmen passt.